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VSA presents 10/2006
5. Oktober 2006, Gasthaus Vorstadt
The Secret Society (E) [link]
Support: Rudolph Symon (A)
THE SECRET SOCIETY heißt die Madrider Formation rund um Singer/ Songwriter Pepo Márquez. Sie kommen mit ihrem Debut-Album - mit dem vielsagenden Titel "Sad Boys Dance When No One's Watching" - auf Einladung der VSA in die Vorstadt.
Pepo Márquez wurde stark geprägt von der Hardcore Szene und dem Emocore der frühen Neunziger Jahre. "Sad Boys Dance When No One's Watching" ist eine Kollektion von lo-fi Songs mit einem gewaltigen Packen Emotionen, angesiedelt unweit der musikalischen Gefilde, in denen auch Will Oldham, Joy Division und Elliot Smith residieren.
Pepo Márquez singt mal auf Englisch, mal auf Spanisch. Er ist überzeugt davon, daß Politik und Privates nicht zu trennen sind; er covert ohne Genierer The Cure, Bruce Springsteen, die Misfits oder die Ramones und macht was ganz Eigenes daraus; er glaubt fest an Copyleft (das Gegenteil von Copyright) und findet immer einen Grund, irgendwo in der Welt mit allen möglichen Leuten (etwa Xiu Xiu, Mark Eitzel oder Stacey Earle) aufzutreten.
The Secret Society haben vor ihrem ersten Longplayer 3 EPs herausgebracht und sind mit ihren Songs auf verschiedenen Compilations vertreten. "Sad Boys Dance When No One's Watching" wurde analog, mit einem Arsenal an antiquiertem Gerät, aufgenommen. Die Einfachheit, gepaart mit der schieren Wucht an Emotionen, ist wohl das Bestechendste an diesem außergewöhnlichen Debut-Album. Wie so oft bei ersten Alben ist auch dieses eine Art Tagebuch, eine Zusammenstellung von Songs, Gefühlen und Ideen die über einen langen Zeitraum hinweg gesammelt wurden, sehr persönlich und intim. Hier hört man jemandem zu, der sowohl Angst als auch Begehren kennt, sowohl das Gefühl der Leere als auch das der Liebe (und ihrer Abwesenheit), und der weiß, daß dies immer noch die besten Werkzeuge sind, um gute Songs zu schreiben.
Der Supportmusiker im Oktober Rudolph Symon versteht sich als Singer/Songwriter in der Tradition des Musikspiels der Sechzigerjahre und Siebzigerjahre.
Obwohl Text und Musik gleichwertig sind, steht bei Rudolph Symon das Wort im Vordergrund. Nicht ganz unverständlich, wenn man bedenkt dass Symon (mit bürgerlichem Namen Rolph Thiel), geboren in Wien, seinen künstlerischen Werdegang als Schauspieler begann. Er war Mitglied des "Actor and Actress Studio Vienna" unter der Leitung von George Tabori und Marty Fried, absolvierte Theaterworkshops von Walter Lott und Guido Meyn, sowie eine Gesangsausbildung bei Elly Wright, Marcello Onoffri und Hannibal William Means.
Es folgten erste Engagements in Deutschland sowie erste Anfänge als Filmschauspieler unter der Regie von Houchang Allahyari.
Dieser vielversprechende Karrierestart wurde jedoch jäh von schwerer Krankheit, einem Nierenversagen, unterbrochen. Des weiteren verlor Rudolph Symon durch einen ärztlichen Kunstfehler das Sehvermögen auf dem rechten Auge.
Diese Erfahrungen haben einen großen Einfluß auf sein Songwriting. Thema seiner Songs, die man durchaus als sozialkritische Protestsongs bezeichnen könnte, ist oftmals die besondere Rolle von gesellschaftlichen Außenseitern; behinderte Menschen, Emigranten, Alkoholabhängige. "Songs of Broken Heroes" nennt Symon dementsprechend auch einen Liederzyklus. In einem weiteren Liederzyklus - "Sunshine Road - A mystic journey" – frönt Symon seiner Vorliebe für altenglische, lyrische Balladen, wie etwa von Oscar Wilde und James Elroy Flecker.
Melancholie ist eine Konstante in Symons Musik. Daß sie nicht in Verzweiflung abgleitet, verdankt sie dem Gefühl von Trost und Weisung, das wie Lichtstrahlen die Dunkelheit in Symons Songs durchbricht.
So meint etwa Symons spiritueller Lehrer, der Franziskanerpater Richard Rohr:
"You don't go to heaven, you become heaven.
You don't go to hell, you become hell. But the gates
of heaven is everywhere!"
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