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VSA presents 3/2008
6. März 2008, 20:00 Uhr, Gasthaus Vorstadt, 1160 Wien, Herbststraße 37
Protestant Work Ethic (A) [myspace]
Protestant Work Ethic wurde 2003 als Songwriting-Projekt von Simon Usaty (auch Mitglied der Band kes) gestartet. Beeinflusst von neuer und alter Folk-Musik werden simple musikalische Strukturen herangezogen, um dem emotionalen Gehalt eines Liedes nicht im Weg zu stehen. Größtenteils wird versucht, die Stücke möglichst schnörkellos zu halten und auf den (einen, mehrere?) Punkt(e) zu bringen (wenn es sowas in der Musik gibt), die Stimmung nicht durch zuviel Überlegen zu verwischen. Der Gesangt steht dabei meistens im Vordergrund. Nach mehreren Soloauftritten fand Simon in Bernhard Bauch, Stephan Bauch und Christian Mayer talentierte Musiker, mit denen das protestant work ethic-Material live umgesetzt und so um neue Aspekte erweitert werden konnte. Das erste Album nahm Simon 2003-2004 auf, wobei nur akustische Instrumente wie Gitarre, Banjo, Ukulele, Akkordeon und Glockenspiel verwendet wurden.
The Poem Is You (D) [myspace]
Alternative Country im Sinne der Two Gallants, Bright Eyes, Arcade Fire, Devendra Banhart
Es gibt im Malkasten des Musikjournalisten Metaphern, die man per EU-Beschluss nie mehr verwenden sollte und die
eigentlich verboten gehören. Im Falle von Country-anverwandter Musik sind das die Bilder aus gängigen Wildwest-
Klischees, mit Bohnensuppe, Büffelherden oder Ballereien. Trotzdem sind sie bei den entsprechenden Bands immer
sofort präsent, funkeln in der Arizonasonne und tragen die knarzigen Töne. Auch bei THE POEM IS YOU aus Berlin,
Brüssel und Dresden ist das so und doch irgendwie anders, unheimlicher. Man macht Musik in Sepia-Farben, bei der
sich der Hörer sofort fragt, warum die eigentlich für den formidablen "O Brother where art Thou"-Soundtrack vergessen
worden ist, der in den Bandgründungstagen für Daniel Reiters fragile Songs Pate gestanden haben muss. Sicherlich
kann man streiten, ob bei Songnamen wie "Muddy Waters", "Southern Child" oder "Midday Train" nicht schon von sich
aus etwas zu offensiv mit eben erwähnten Klischeemotiven geflirtet wird. Spätestens aber bei Marie Reiters wundervollen
Gesangsmelodien in den zahlreichen Duetten, gerne auch mal in Französisch und Spanisch, wird klar, dass man es
hier mit etwas ganz eigentümlich Großen zu tun hat, das wächst und wächst und wächst. Südwesten bleibt zwar immer
die Richtung, dazwischen entfaltet sich aber der Soul, blubbern zuweilen Elektronikbeats oder schlängeln sich verrückt
gewordene Gitarrenpirouetten, wie man sie so höchstens noch von den befreundeten Two Gallants kennt. Live
wechseln die sechs Bandmitglieder ständig die Instrumente, spielen zuweilen mit zwei Drummern und packen auch
mal das Fagott aus. Als größte Einflüsse nennen die 19-22 Jährigen Townes Van Zandt und Jaques Brel aber auch
die hochmusikalischen Krachmacher Blood Brothers. In Amerika wären The Poem is You längst bei den Nuschlern
von Drag City oder den Wunderkindern am Saddle Creek untergekommen. Dass hier Europa ist, dafür können The
Poem is You nichts.
Die Kreativität kennt
keine Grenzen bei den Jungspunden ohne präzise Herkunft. Also auf Kollegen, packen wir die Klischees aus! Das wird
was ganz Großes! Diese junge Band ist toll und sollte dringend gehört werden. Wir dürfen also! (Mario Cetti / Spiesser)
Tickets für "VSA presents..." gibt's bei der Jugendinfo und an der Abendkassa in der Vorstadt
Vorverkauf: 8 €, [-> Jugendinfo Wien], Babenbergerstrasse 1, 1010 Wien
Abendkassa (öffnet ca. 1h vor Veranstaltungsbeginn): 10 € / ermäßigt 6 € (für VSA-Mitglieder)
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