Boy Omega (SWE) [myspace]
Support: Irmie Vesselsky (A) [myspace]
Aktuelles Album: Hope on the Horizon (Glitterhouse Records)
Boy Omega, das ist Martin Henrik Gustafsson. Geboren 1978 im schwedischen Eksjö, benannt nach Martin Chivers, Fußballlegende der Tottenham Hotspurs. Klar, dass auch der Boy Omega große Teile seiner Kindheit auf dem Fußballplatz verbringt. Trotz einer angeborenen Fußfehlstellung und unterschiedlich langen Beinen. Auf den Fahrten zum Training immer mit dabei: Martins Bruder Daniel und die Lieblingstapes des Vaters. Mit zwölf bricht sich Martin das Bein, schnappt sich die Gitarre seines Bruders und beendet die Fußballkarriere. Geblieben aus dieser Zeit ist ihm ein Hass auf Krankenhäuser und die wunderbare Gabe, sogar Musik von (Obacht! Festhalten!) Rod Stewart und den Dire Straits mit dem Duft von frischem Gras und dem Gefühl von Sonne auf der Haut verbinden zu können.
Martin Chivers ist inzwischen Mitglied der Tottenham Hotspurs-Hall of Fame. Daniel Gustafsson musiziert als The Book of Daniel. Martin Gustafsson schreibt „Hope on the Horizon“, den Nachfolger der mit kübelweise Kritikerlob überschütteten 2006er-Alben “The Black Tango” und “The Grey Rainbow”. Und, Herrschaftszeiten, kann der Songs schreiben! Die elektronischen Schnipsel, die Gustafsson früher so gerne in seine mit brüchiger Stimme vorgetragenen Folksongs streute, werden wesentlich dezenter eingesetzt. Stattdessen dominiert ein warmer analoger Sound, ausstaffiert mit opulenten Streich- und Bläsersätzen, akustischen Tasteninstrumenten etc. Intime Inbrunst für die ganz große Bühne. „Hope on the Horizon“ ist viel mehr ein Band- als ein Soloalbum geworden. Vorhang auf für das Boy Omega Orchester.
Ein Songwriting, das an Wahrhaftigkeit und Inbrunst schwerlich zu überbieten ist. Und eine musikalische Ausgestaltung, die so überragend souverän ist, dass wir höchste Hoffnungen hegen. Der strahlende, mitreißende Pop ist vertreten (“Suffocation Street“, „Keep That Flame“) wie auch (und erst recht) die eher matt schimmernden, flehenden Großartigkeiten, die – jawohl – gefangen nehmen. Lieder wie „Tonight I’m Swimming“ oder „True Haven“ werden wahrlich nicht alle Tage geboren. Welt, sei gerecht, ein einziges Mal nur. Bitte.