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VSA presents
1. Oktober 2009, 20:00 Uhr, Gasthaus Vorstadt, Herbststrasse 37, 1160 Wien
Nils Koppruch (D) (myspace)

Nils Koppruch weiß, was er will und was nicht. Er sieht sich - Punk sei Dank - als selbstbewusster Autodidakt, der sich in seinen Ideen weder von modischen Trends noch von fremden Regeln leiten lässt. Und nach dem gleichen Prinzip, nach dem er einmal selbst herausgefunden hat, welche Töne auf der Gitarre zueinander passen, kreiert der gelernte Koch seine höchst eigenen musikalischen Kompositionen á la art brut.
Den Hamburger Musiker und seine Musik konkret einzuordnen fällt daher schwer. Dennoch erklingt ein vielschichtiges Echo aus Richtung des großen Teichs. Dessen Spektrum reicht von Tom Waits und Will Oldham, von Howe Gelb bis Smog. Folk im Sinne einer erzählenden, lebendigen Musiktradition, deren Motive aufgenommen, umgedeutet und weitergesponnen werden. Das von Greil Markus im frühen Blues und Folk wieder entdeckte - alte, unheimliche Amerika - wird hier wie selbstverständlich neu verortet. Aus dem Nebel der Zeit scheinen die sagenhaften Protagonisten einer fast vergessenen Welt ihren Platz im Hier und Jetzt einzufordern.
In den Songs von Nils Koppruch erzählen sie ihre Geschichten und sind doch biografisch kaum greifbar. Das Wer, Wie oder Wo bleibt unbeantwortet, was zählt, ist die konkrete Situation, in der sie mit ihren freigelassenen Gedanken jonglieren. Einem Filmregisseur gleich wählt sich Koppruch die Darsteller für seine Storys aus, setzt sie in die richtige Kulisse und achtet auf das richtige Licht. "Folk noir" nannte ein aufmerksamer Journalist die Songs von Fink; bei Nils Koppruch beginnt das Schwarz großflächig zu schimmern.
Das Trojanische Pferd (A) (myspace)

Crazy Horse, Band Of Horses, 16 Horsepower, Drunk Horse, Horse the Band: Die Musikgeschichte ist voller lässiger Pferde. Das trojanische Pferd aus Österreich fügen sich nahtlos in diese Ahnenreihe ein. In der Tradition amerikanischer Home-Schrammler wie The Folk Implosion oder Neutral Milk Hotel dichtet und spielt sich das Duo auf seinem Debüt angenehm schlecht gelaunt und in deutscher Sprache um den Verstand: "Und ich will nicht, dass mein Mädchen Scheiße frisst, und ich will um Himmels Willen nicht, dass du mich vergisst." Wahnsinn, oder?! DTP, die Konstantin Weckers des Ö-Indie-Underground. Oder so...Live sowieso ein Erlebnis und bei weitem nicht so aufgeräumt wie auf Platte sollte man sich die beiden nie, nie, nie entgehen lassen. Ein Plädoyer und gut gemeinter Rat.
Gregor Tischberger (Kurier)
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